7 Tipps für eine starke und gesunde Blase

Nicht zu oft und nicht zu selten zur Toilette

Bonn, 08.08.19 Die Harnblase ist ein Organ, über das man nicht gerne spricht. Doch es lohnt sich, der Blase mehr Aufmerksamkeit zu schenken, um das Risiko für Infektionen, Inkontinenz und Harnsteine zu senken. Die Deutsche Seniorenliga hat die wichtigsten Tipps in einer Broschüre zusammengestellt.

1. Ausreichend Flüssigkeit

Die Blase muss täglich ordentlich durchgespült werden. So werden Keime ausgeschieden, bevor sie sich ansiedeln und eine Entzündung auslösen können. Außerdem ist der Urin dann nicht so stark konzentriert und reizt die Blase weniger. Auch das Risiko für Harnsteine sinkt bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr. In der Regel wird eine Trinkmenge von 1,5 bis 2 Liter am Tag empfohlen.

2. Nicht zu oft und nicht zu selten

Wer häufig den Harndrang ignoriert und stundenlang einhält, läuft Gefahr, dass sich Keime in der Blase vermehren. Eine gesunde Blase erfordert durchschnittlich vier bis sechs Toilettengänge am Tag. Bei Blasenschwäche können es deutlich mehr sein. Dann ist es sinnvoll, schrittweise die Abstände zwischen den Toilettenbesuchen zu verlängern und die Blase auf diese Weise zu trainieren. Um den Überblick zu behalten, ist es sinnvoll, für eine Weile die täglichen Toilettenbesuche zu notieren, zum Beispiel mit einem Trink- und Toilettenprotokoll.

3. Blasenfreundlich essen und trinken

Eine vitaminreiche, ausgewogene Ernährung stärkt das Immunsystem der Blase und hilft, Infektionen vorzubeugen. Zudem wirkt sie überflüssigen Pfunden entgegen. Das entlastet den Beckenboden und beugt einer Belastungsinkontinenz vor. Empfindliche Personen sollten mit scharfen Gewürzen, Alkohol, Kaffee und Zitrusfrüchten vorsichtig sein, da diese die Blase reizen können. Wer zu Harnsteinen neigt, sollte purinreiche Lebensmittel wie Innereien, Meeresfrüchte und Hülsenfrüchte beziehungsweise oxalatreiche Nahrungsmittel wie Rhabarber, Spinat, Kohl und Schokolade nur in Maßen verzehren.

4. Warmhalten

Omas Rat, sich durch das Sitzen auf kaltem Stein „nicht die Blase zu erkälten" ist medizinisch vielleicht nicht ganz korrekt formuliert. Beherzigen sollte man den Tipp aber trotzdem, denn ein unterkühlter Unterleib kann ebenso wie dauerhaft kalte Füße das Immunsystem der Blase schwächen und Infektionen begünstigen. Also: Raus aus den nassen Badesachen und nicht auf kalte Steine setzen.

5. Ein paar Worte zur Intimhygiene

Damit nach dem Toilettenbesuch keine Darmbakterien in die Harnröhre gelangen, sollte man sich immer von vorn nach hinten abwischen. Nach dem Intimverkehr sollten Frauen innerhalb von zehn Minuten die Blase entleeren, um Bakterien aus der Harnröhre zu spülen. Zum Waschen eignen sich am besten milde, pH-hautneutrale Waschlotionen. Intimsprays sind überflüssig oder sogar schädlich, da sie den Säureschutzmantel der Haut angreifen können. Unterwäsche sollte aus Baumwolle und bei mindestens 60 Grad waschbar sein. Wer zu Blaseninfektionen neigt, sollte von String-Tangas Abstand nehmen, denn sie können das Eindringen von Darmbakterien in den Harntrakt fördern.

6. Körper, Seele und Blase entspannen

Stressbedingte Ursachen der Blasenschwäche lassen sich oftmals mit Entspannungstechniken wie Yoga, Tai Chi oder progressiver Muskelentspannung in den Griff bekommen.

7. Ein starker Beckenboden hält dicht

Der Beckenbodenmuskel ist der Verschlussapparat der Blase. Ist er geschwächt, hält auch die Blase nicht immer dicht. Ein gezieltes Beckenbodentraining ist daher besonders für Frauen nach Geburten oder hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren wichtig. Doch auch Männer profitieren davon, insbesondere nach einem Eingriff an der Prostata.

Ausführliche Informationen gibt es in der Broschüre „Eine gesunde Blase" und auf der Website www.dsl-blasenschwaeche.de. Die Broschüre kann dort kostenlos heruntergeladen oder bei der Deutschen Seniorenliga e.V. angefordert werden: DSL e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dsl-blasenschwaeche.de.